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Es war einmal St. Patrick's Day...


Tadaaaaa! Ich traue mich doch noch mal hier her. Schlagt mich ruhig, ich weiß, ich bin eine miese Blog schreibende Auswanderin. Jetzt habe ich euch, glaube ich mehr als 2 Monate unwissend gelassen, das tut mir wirklich leid. Woran liegt's? Hm, viel zu tun, wenig Zeit, wenig Lust, alles auf einmal. Ich entdecke diese Schreifaulheit bei einigen mir bekannten Bloggern in letzter Zeit. Ist die große Zeit des Bloggens etwa vorbei? Hihi... na egal, ich schreib einfach mal wieder, denn ich hab so viel zu erzählen, da muss ich mich ranhalten. Eigentliches Thema dieses Eintrags ist jetzt unsere Paddy's Day Woche. Lang geplant und organisiert kam die Micha mich für ein paar Tage besuchen, und wir haben massig unternommen und auch tausende Fotos geknipst.

Mittwoch
Meine langes Einsiedlerdasein fand also ein Ende am Mittwoch, den 14. März. Die ganze Woche hatte ich schon im Voraus geschuftet, um möglichst viel arbeitsfreie Zeit zur Verfügung zu haben. Schnell morgens die Mädels zur Tür raus gescheucht, fertig gemacht und auf in Richtung Flughafen. Unterwegs noch schnell einen Haufen Bustickets gekauft und den richtigen Bus gesucht, der schlauer Weise schon vor meiner Nase stand, war ich pünktlich um 11h am Flughafen. Ein bisschen zu pünktlich, denn Micha's Flug sollte erst um 11.40h landen. Also habe ich schonmal rausgefunden, dass es keine Schließfächer gibt, sondern nur einen Koffer-Abgeb-Service, der allerdings bezahlbar ist. Bin natürlich auch beim Flughafen-Mekkes gelandet, wo ich das erste Mal die neuen Twisty Fries entdeckte. Die gibt's im Becher für einen Euro und die schmecken in etwa so wie die frz. Deluxe Potatos, falls die jemand kennt (in Deutschland gibt's die glaub ich nur bei BK) und sie sind lustig spiralförmig gedreht, womit man das Essen nochmal extra amüsant gestalten kann. Mir wurde berichtet, in Deutschland gäbe es die noch nicht. Aber hier sind sie auch erst neu, wie gesagt am Flughafen das erste Mal gesehen und gegessen. Micha ließ sich Zeit bzw. ihr Gepäck ließ sich Zeit also stand ich vor dem Ausgang und wartete... und wartete und wartete...
Gegen 12.10h schaffte sie es aber dann doch mal, ich geriet inzwischen ein bisschen in Hektik, wollte ich doch um 13h zu Hause sein um auf keinen Fall zu spät zur "Arbeit" zu erscheinen. Aber ok, schneller konnten wir nunmal nicht machen. Die Wiedersehensfreude war groß, das Deutschsprechen war noch irgendwie ungewohnt und die Sonne zeigte zur Begrüßung ihr schönstes Strahlen, was uns hoffen ließ. Schnell saßen wir im ersten Bus, der uns in Richtung Innenstadt brachte, bald auch im zweiten, der uns wieder in die andere Richtung raus fuhr. Ich alltagsgepeinigter Mensch käme ja nie im Leben drauf, im Bus zu fotografieren, aber dass erledigte Micha als Touristin. ;-)


Zu Hause angekommen, war erstmal die große Ratlosigkeit, was denn nun tun. Denn so wirklich gebraucht wurde ich doch nicht und wir wussten nicht so genau, was wir denn nun mit uns anfangen sollten. Um halb 3 musste Sophie eh zur Music School, was uns ein bisschen Zeit gab, um durch den Park zum Supermarkt zu spazieren und die extentiellen Schokoeinkäufe zu tätigen. Wieder kam Michas Talent als Touristin zum Vorschein und so kann ich endlich mal ein Bild von unserem Spielplatz im Park, der quasi vor der Haustür ist, präsentieren:


Wieder zu Hause verbrachten wir ein klein bisschen Zeit mit sinnlosen Sachen tun und nachdem meine allerliebsten zwei Schreihälse um kurz nach 5 wieder vor der Tür standen, widmete ich mich noch etwa zwei Stunden den beiden bis um 19h endlich Ruhe war und sie im Bett lagen.
Für uns ging der Abend jetzt los, wir machten uns auf zu unserem lokalen Pub "Horse & Hound", der hier gleich um die Ecke liegt. Micha, wir haben gar kein Foto von dem Pub von außen! Wie konnte das passieren??? Ich find's nett da, war schon ein paar Mal für ein paar Guinness dort. Ist so schön traditionell irisch, auf jeden Fall schön. Es sollte gar kein langer Abend werden und fing auch ganz harmlos mit zwei Guinness an. Ich nötigte Micha dazu, eins zu probieren. Nein, eigentlich tat sie es freiwillig, denn Irland ohne Guinness geht ja gar nicht! Ich habe glaube ich schonmal irgendwo meine Meinung dazu kundgetan, ich find's ganz ok. Also ich trinke es gern, aber mehr davon brauch ich dann doch nicht. So geschmacksintensiv finde ich es nicht wirklich, kann lange nicht mit gewissen deutschen Bieren mithalten. Dieser ganze Guinness-Kult unter den Iren und den Eingewanderten oder mal in Irland gelebten bleibt mir also ein Rätsel. Micha stellte nach einem Schluck fest 'na ja', nach dem zweiten 'geht gar nicht' und so bekam ich schnell ein zweites Glas. Warum auch immer, ich war durstig, wollte nicht zu lang allein trinken, vernichtete ich beide Pints recht schnell und wir genehmigten uns dann noch einen Pear-Cider.


Guinness in langweiligen Gläsern, Ich und das langweilige Guinness, Micha und Pear-Cider in Guinness-Gläsern (also irgendwas stimmt da doch nicht...)

Das ist die große Entdeckung überhaupt hier. Dass der aus Schweden importiert wird, stört da weniger bei. Ich mag keinen normalen Cidre, der schmeckt für mich nur nach faulen Äpfeln, aber mit Birne ist der echt lecker süß. Und auch nicht zu süß, sondern grad gut. Wobei das auch immer von der Marke abhängt, wie wir feststellen durften. Denn dieser am Mittwoch abend tanzte irgendwie aus der Reihe. Ich vertrete die Meinung, dass er schon alt und übergährt war. Er war nicht so süß, wie ich ihn sonst kannte und uns tat er auch nicht so gut *lol*. Weil wir um 11h zurück und ins Bett wollten (Donnerstag war frühes aufstehen angesagt), beeilten wir uns ein bisschen mit Trinken und fühlten uns auf den Rückweg schon ziemlich gut. Das war aber noch gar nichts gegen das, was mich die Nacht erwarten sollte. Mir war so dermaßen schlecht, das habe ich schon seit langem nicht mehr erlebt. Und wirklich viel hatte ich ja nicht getrunken. Wie gesagt, der Pear-Cider muss böse gewesen sein *g*.

Donnerstag
Morgens klingelte dann natürlich gnadenlos der Wecker, aber so schlimm war es nicht. Zumindest ich war überraschend wach. Eben "schnell" die Mädels abgefertigt und uns fertig gemacht und dann begaben wir uns auf große Wanderschaft. Ziel war Killiney Hill, ein Hügel, den man zu Fuß in ungefähr einer Stunde erreicht. Der liegt einerseits am Meer, anderseits hat man wohl die beeindruckendste Sicht über die ganze Stadt, die man hier bekommen kann. Ich habe schon zweimal vorher versucht diese Aussicht zu genießen. Einmal zog es prompt nachdem ich mich auf den Weg gemacht hatte komplett zu und fing schließlich auch noch an zu regnen, so dass es oben dank vieler grauer Wolken nicht wirklich viel zu sehen gab. Fotos davon gibt es hier im Fotoalbum auf der ersten Seite ganz unten bei "Graue Stadt des Regens". Das war Anfang Februar, man sieht noch Schnee auf den Bergen liegen.
Ein zweites Mal wurde mein Versuch vereitelt, weil es schon auf dem Hinweg anfing zu regnen und ich es dann gleich ließ. Nachdem wunderschönen sonnigen Mittwoch war nun der Plan, endlich mal bei Sonneschein auf diesen Berg zu klettern und die Aussicht zu genießen. Aber es sollte nicht sein, pünktlich am Donnerstagmorgen erwartete uns graue Suppe. Es war kalt, extrem windg, aber wenigstens gab es noch keinen Regen. Aber wir zogen trotzdem los, denn auf besseres Wetter hoffen ist in Irland ein hoffnungsloses Unterfangen.


Weg durch Killiney, bis hin zum Berg. Da geht es manchmal ganz schön bergauf, was uns ganz schön aus der Puste brachte.



Das Meer, die Aussicht vom Killiney Hill, Micha mit Dublin und ich mit Meer

Wir knipsten trotz der vielen Wolken, dem alles umblasenden Wind und den ersten Tropfen von oben alles was wir finden konnten und bestiegen auch die Wunschpyramide ganz nach Anleitung. Dass wir uns dabei keinen Sonnenschein wünschten sollte uns noch im Laufe des Wochenendes zum Verhängnis werden.



Pünktlich um 13h waren wir zurück und es folgte ein amüsanter Nachmittag u.a. mit wunderschönen mit Straßenkreide gemalten Regebögen und Regenschirmen. Die strenge Jury bestehend aus Chloe und Sophie kannte keine Gnade und so fiel manch Künstler trotz großem Talent zum allgemeinen Bedauern durch. :P Irgendwann landeten beide zum Glück wieder im Bett, nicht ohne uns vorher nochmal schön im Bad zu duschen und wir fuhren Richtung Innenstadt.
Um 20.30h trafen wir uns mit dem Rest meiner Klasse an meiner Sprachschule um zusammen etwas trinken zu gehen. Es verschlug uns ins Longstone, ein wunderschöner uriger Pub, den ich vorher schon ein paar mal "besichtigt" hatte und dort fanden wir zwar keinen Tisch, aber immerhin genug Stühle um einen Sitzkreis zu bilden. Wir hatten einen extrem lustigen Abend (irgendwann ergatterten wir sogar einen Tisch) inklusive diverser Alkoholien (der Pear-Cider war diesmal vieeeeel besser) bis wir uns um 11h mit dem Bus auf den Weg nach Hause machten. Es gibt auch tatsächlich ein schönes Foto von diesem Abend, aber leider nur in Fotoform und einen Scanner besitze natürlich mal wieder nicht.

Fortsetzung folgt...
10.4.07 16:49


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Und es war immer noch St. Patrick's Day...


Achtung, Fortsetzung! Also mit dem ersten Teil anfangen, wer ihn noch nicht kennt. ;-)

Freitag
Freitag morgen ging es erstmal weiter wie jeden morgen. Der Wecker klingelte an die vier mal, die Kinder rannten kreischend durch's Haus... Es bleibt mir immernoch ein Rätsel wie Micha ungestört von all dem einfach weiterschlafen konnte, aber ich hab sie einfach mal gelassen. Wir ließen uns Zeit an diesem morgen, stand uns ja der ganze Tag zur Verfügung, denn Freitags habe ich den Nachmittag immer frei. Ich ließ mir ein bisschen zu viel Zeit, so dass mir leider dank unserer Bauarbeiten das Wasser noch vor meiner Dusche abgedreht wurde. Mal wieder super hingekriegt... Aber man wäscht sich ja auch gern mit einer Schüssel eiskaltem Wasser, das weckt die müden Geister.
Dann fuhren wir in die Stadt, wobei wir soweit ich mich erinner mal wieder das Phänomen der "Out of Service"-Busse beobachten durften. Das Busfahren ist und bleibt hier ein Mysterium für sich, auch das ewige Problem, dass immer dann wenn man einen Bus braucht grundsätzlich keiner kommt. Und so steht man dann auch ohne Problem mal eine halbe Stunde oder mehr an der Haltestelle. Umgekehrt proportionial zur benötigten Busdichte steht dann aber auch grundsätzlich die Häufigkeit der Out of Service-Busse. So dass innerhalb dieser halben Stunde, die man wartet, mindestens 5 oder 6 mal ein Bus in der Ferne auftaucht, man fast schon Freudensprünge macht, bis er an einem vorbeibraust. Die beste Idee wäre ja, mal ein paar dieser leeren In Service zu nehmen, dann müsste man auch nicht so lang warten. Aber das würde dann wieder problematisch mit der Busdichte in der Innenstadt werden, denn wo kein Platz mehr ist, ist einfach kein Platz mehr. Mich beunruhig ja auch ein klein bisschen die Nachricht, die ich vor einigen Wochen vernommen habe, dass Dublin sein Bussystem um 1000 neue Busse erweitern will. Gut, dann kommen Busse öfters, aber schneller wird's dadurch wohl eher nicht gehen.


Hier ein gemeines Exemplar von der Art "Out of Service" und ein Anblick von innen

In Dublin gingen wir dann erstmal auf richtig touristische Sightseeing Tour. Unser erstes Ziel war der Glasnevin Cemetery, das ist der Nationalfriedhof Irlands, der größte des Landes und eine der Topsehenswürdigkeiten der Stadt. Und wirklich einen Besuch wert! Absolut beeindruckend diese Masse an Gräbern, von riesigen Statuen und Mausoleen bis hin zu selbst genagelten umgefallenen Miniholzkreuzen ist alles dabei. Ein bisschen mulmig war es mir manchmal schon zumute. Das ganze Gelände war so gut wie ausgestorben, was nicht schlecht war, so konnten wir ungeniert Fotos machen. Da sich allerdings, wenn es nicht die Angehörigen tun, wirklich niemand um die Gräber kümmert, sind manche sehr heruntergekommen. Verrutschte Steine, ausgehobene Gruben, in die man reingucken konnte, Grabkammern, bizarre Szenerie... wie gut, dass es helllichter Tag war, sonst hätte ich Schiss gehabt. Ok, bei den Grabkammern hatte ich es wirklich, runter zu den Türen hätten mich keine zehn Pferde gekriegt. Das hab ich lieber nur von oben fotografiert *g*.








Von da aus trieb uns mein Hunger und die unerträgliche Kälte zu McDonalds. Ich weiß, ich bin nicht sehr innovativ, was die Auswahl meines Essens angeht, aber ich kann's nicht ändern. ;-) Gestärkt und aufgewärmt konnten wir dann wieder in die Stadt fahren, wo wir so ziemlich alles von der Stadt erkundschafteten und uns dann in Richtung Hafen wandten zum Luminarium.


Keine Sehenswürdigkeit, aber sehr amüsant... da dieser Rettungsring eindeutig nur für dünne Menschen gedacht ist. Dann die Hauptpost von außen und von innen und der Spire, die unheimlich spannende 120m hohe Metalnadel auf der O'Connell St. ;-)


Busse auf der O'Connell Bridge, die einzige Brücke in Europa die genauso lang wie breit ist (70m). Die Dartstrecke (aber ohne Dart) über der Tara-Station. Busse am Eden Quay. Und ich mit einem malerischen Blumenkasten.


Famine Denkmal, Schiff in den Docklands und wir, bei dem Versuch Bilder mit Schiff zu machen *g*


Sitzgelegenheit in den Docklands ;-), St. Stephens Green Shopping Center, Eingang zum St. Stephens Green und der Park von innen


Immernoch Stephen's Green, diesmal ich bei dem Versuch Sarah zum Geburtstag zu gratulieren (Beweisfoto!), mit der Kutsche kann man Dublin auch besichtigen, und das ist das Tourismusbüro von außen


Die Markthalle und St. Patrick's Cathedral von außen (von innen ist's zu teuer!)

Wie schon erwähnt, besichtigten wir dann das Luminarium. Das war eine extra für die St. Patrick's Week aufgebaute Lichtinstallation. Eine aufblasbare Plastikwelt, voller Farben, die man nur auf Socken betreten durfte. Zur Vorsicht bekam man am Eingang auch direkt einen Plan, verlaufen also ausgeschlossen. Innen hat es von der Materie ein bisschen Ähnlichkeit mit einer Hüpfburg, auch wenn man nicht drauf hüpfen kann. Wahrscheinlich sieht es IN einer Hüpfburg genauso aus. Alles ist dunkel und der Lichteinfall kommt durch die verschiedenfarbigen Wände. Auch wenn es nicht grad billig ist, lohnt sich der Besuch auf jeden Fall! Vielleicht gibt es das ja nochmal irgendwo...






Danach sind wir dann noch ein bisschen weiter durch Dublin gerannt und haben wichtige Sachen angeguckt und Souvenirshops abgegrast und sind dann irgendwann nach Hause gefahren. Denn an diesem Abend stand babysitten auf dem Plan, also musste ich um 19h zurück sein. Aber sowas machen wir ja gern, besonders mit einer gewissen Roi Soleil DVD! :D So ist das wenn man dermaßen fanatisch abhängig nach diesem Musical ist... *g* Der Abend war also sehr unterhaltsam und auch ein bisschen dramatisch, da ich es schaffte den Rauchmelder auszulösen. Aber es war sicher nicht meine Schuld! Die Pommes sind nicht verbrannt im Backofen, der Backofen war nur so eingesaut, dass er von allein angefangen hat zu qualmen. Aber man muss ja alles mal miterleben.

Fortsetzung folgt
16.4.07 21:26


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